Bahnfahren / Wehrpflicht / Krieg

Für manche Kinder ist die Bahnreise und das gewählte Zugmodell fast wichtiger als das Reiseziel – es sei denn es geht zum Miniaturwunderland.

Auf dem Weg vom Bahnhof nach Hause kamen wir dann über ICE, Monatsfahrkarten und kostenfreies Fahren mit der Bahn auf meine Zeit als Zivildienstleistender. Ich hatte aus dieser Zeit nur die lustigen Geschichten im Gedächtnis. Mit seinen Fragen brachte mich mein Kind zum Überlegen. Wie war das denn damals? Warum musstest Du denn auf einmal Zivildienst leisten? Man wurde einfach irgendwohin bestellt und durfte nicht nach Hause? Man wurde gemustert?

Es war ein spannendes Gespräch und hat mich zum Nachdenken gebracht. Ich habe leider den Text meiner Kriegsdienstverweigerung nicht mehr. Damals hätte ich mir das kopieren sollen. Es hat mich viele Wochen und Monate beschäftigt und auch wütend gemacht, warum man mich zum Dienst an der Waffe zwingen wollte und dazu andere Menschen zu töten.

Und immer wieder die eine Frage: Was würden Sie machen, wenn Ihre Familie angegriffen würde? Heute kann ich das besser beurteilen. Ich würde mich wehren und auch jemanden verletzen. Als Heranwachsender kann man so eine Frage nicht beantworten.

Die Bedrohungslage war in Deutschland damals konkreter als heute. Dafür hat sich der Verteidigungsauftrag mittlerweile an weltweite Krisenherde verschoben.

Mir ist bewusst, daß viele Frauen und Männer für die Gewissensentscheidung gestorben sind, die ich treffen konnt und treffen kann. Und mir ist auch klar, daß viele Männer und Frauen jetzt  Ihren Dienst leisten um dies zu ermöglichen. Es gibt für mich aber immer noch das gleiche Gewissensdilemma wie vor mehreren Jahrzehnten. Und dazu gibt es keine einfachen Antworten.

Krieg ist Scheiße.

 

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Anfallskrankheit / Epilepsie bei Kindern

Vorsicht – keine leichte Kost. Der Text spiegelt meine persönlichen Erfahrungen wieder.

Ich kann mich an den ersten (Fieber)krampf bei unserem damals 2,5 jährigen Kind erinnern. Es gibt wenig Dinge, die sich so in mein Gedächtnis eingebrannt haben, wie dieser Moment, als das Kind von der einen auf die andere Sekunde krampend von der Schaukel gefallen ist. Ich konnte das Kind noch erwischen und einen Sturz verhindern. Nach einem gefühlten ewigen Krampfanfall war das Kind leblos und es hat lange gedauert bis ich Atem und Puls feststellen konnte. Ich habe mich nie wieder so hilflos gefühlt wie in diesem Moment.

Davor gab es einen weiteren Anfall bei hohem Fieber – auf der Wickelkommode. Ich war also theoretisch vorbereitet – aber das reicht nicht, wenn man einen Anfall bei seinem eigenen Kind erleben muss.

Es ging dann ASAP ins Städtische Krankenhaus, wo sich das arme Kind noch einen Norovirus aufgesackt hat. Die Diagnose war nach diversen EEG durch den sehr kompetenten Oberarzt schnell sicher – Epilepsie (Grand mal). Dann hat man das Bild von einem Schutzhelm tragenden mit Beißschutz versehenden Kind vor Augen, dem Schaum aus den Mundwinkeln kommt.

Das war hart, aber der besagte Oberarzt hat uns sehr, sehr toll mitgenommen und viele Sachen erklärt. U.a. dass man bei dem Anfallsbild und dem EEG hoffentlich mit dem Standardpräparat arbeiten kann. Das hat auch letztendlich geklappt  und es war für uns viele Jahre Ritual, 2 mal Tag an die Tabletten zu denken und an der Dosis zu schrauben. Es gab auf diesem Weg sehr viele Anfälle von denen ich bestimmt nur die Hälfte mitbekommen habe.

Für alle Beteiligten ist ein Anfall (grand mal) ein sehr dramatisches Erlebnis. Es beginnt  mit einem sehr starken „unnatürlichen“ Einatemgeräusch und danach setzen die Krämpfe ein. Diese betreffen den kompletten Körper. Der Anfall dauert meist nur wenigen Minuten. Die Schaumbildung in den Mundwinkeln ist auch typisch. Teilweise merken die Anfallskranken vor dem Anfall etwas (Aura) und verhalten sich dann anders (Rückzug unter den Tisch oder in die Ecke.)

Bei einem Anfall: niemals festhalten, sondern für eine sichere Umgebung sorgen. Umgebende Möbel wegschieben und einfach nur aufpassen. Gaffer nerven dann sehr. Wenn man sich unsicher ist Notarzt anrufen.

Nach dem Anfall schlafen die Kinder so tief, daß man sehr lange nach Atem und Puls suchen muss. Der Schlaf kann auch mehrere Stunden dauern. Es gibt – ausser der Verletzung durch Sturz oder die krampfenden Gliedmassen kaum Auswirkungen auf die Entwicklung der Kinder. Das Selbstvertrauen und das Vertrauen auf die körperlichen Fähigkeiten kann leiden, weil viele Dinge nicht ohne Aufsicht erlernt werden können (Klettern, Schwimmen etc.pp).

Unser Kind ist jetzt seit 3 oder 4 Jahren anfallsfrei und wir konnten die Medikation absetzen. Es ist sehr wahrscheinlich, daß sich das Ganze verwachsen hat. Aber so richtig sicher ist man sich nie. Sobald eines der Kinder dieses  komische Geräusche macht, ist die Erinnerung wieder da.

Zum Schluss nochmal die Erfahrungen mit KiGa, Schule und Hort. Es wird ein Notfallplan benötigt und ggf. muss man auch ein Notfallmedikament hinterlegen. Im Zweifel muss dort Notarzt und Rettungswagen angerufen werden.

Epilepsie hat ein sehr breites Spektrum an Anfallsbildern und tritt häufiger auf als man denkt.

“ … Es wird geschätzt, dass etwa 5% aller Menschen einmal in ihrem Leben einen epileptischen Anfall bekommen. …“

 

 

Wir stressen uns durchs Leben …

… und vergessen oft dankbar zu sein. Dankbar für unsere Gesundheit, unsere Kinder, unsere Familie und so vieles vieles mehr. Mir fällt es oft schwer diese Tatsache wahrzunehmen und wertzuschätzen. Dann lass ich mich von Energieräubern in ihr Spiel zwingen und ärgere mich noch viel mehr darüber.

Und dann kommt diese Situation. Eines meiner Kinder, das traurig oder krank ist und Zuneigung braucht. Ein Kind das Lob haben möchte, weil es etwas tolles geleistet hat. Oder die Tatsache, daß man nicht immer bei allen schwierigen Dingen für seine Kinder dabei sein kann.

… und diese Erkenntnis überfährt mich immer nachher, macht mich erst traurig und dann fröhlich.

Ich bin dankbar …

 

schlechte Laune, schlechter Tag?

Habe ich noch nie drüber nachgedacht:

Aufgewacht und extrem schlechte Laune gehabt – ein Körpergefühl wie nach einer verunglückten Zechtour oder bei einer Erkältung. Der Tag entwickelte sich entsprechend. Eine Katastrophe jagte die nächste.

Empfinde ich Dinge als schlecht weil ich mich schlecht gefühlt habe? Oder habe ich mich schlecht gefühlt, weil eine Katastrophe die nächste jagt oder jagen würde? Oder Zufall?

Ich finde das gerade spannend …

 

Der Tag an dem die Sun Enterprise 250 fast die Rolltreppe runterkullerte …

Ich bin da jetzt lange genug weg und dieser Abend hat sich tief in mein Gedächtnis eingebrannt.

Endkundenveranstaltung in einer coolen Location in Kiel. Damals gab es noch 50% Marge auf Hardware und der Kram war sauteuer. Der Abend war nett  – ausser Essen und Trinken gab es wenig Rahmenwerk. Und da war doch die Tombola mit tollen Geschenken und richtigen Losen aus Papier.

Die Loskäufer tummelten sich an dem Stand und wollten ihre Geschenke abholen. Das wäre einfach gewesen. Ein sort auf die falsche Spalte sorgte jedoch dafür, dass die Liste mit den Gewinnen eben nach diesen sortiert war und nicht nach den Losnummern. Ich stand auf der Seite der Gewinnausgeber und es war witzig aber auch recht stressig.

Ich gehörte dann auch zum Abbauteam und wir hatten reichlich Unterstützung von nicht mehr ganz nüchteren Abteilungsleitern und Inhabern. Da war diese sauteuere SUN Enterprise 250 Wert, die wir mit besonderer Vorsicht transportierten. Wir hatten sie auf einer Rollpalette, da sie auch nicht so leicht war. Einer der deutlich angetrunkenen Helfer gab der Palette einen Tritt und sie rollte sehr schnell auf die Treppe zu. Wir mussten sprinten um das Teil aufzuhalten und in den Fahrstuhl umzuleiten – es war seeeeeeeeeeeehr knapp.

Die Person, die den Fußtritt spendiert hat – wäre bestimmt hinsichtlich des Schadens heute immer noch sehr unglücklich – der Sparfuchs.

… der eine oder andere wird sich an den Abend erinnern können …

 

Gib Feedback nur wenn Du lächeln kannst

Ausnahme-Management: Warten bis man ein Muster erkennen kann und dann mitten rein. Am besten noch leicht genervt aus anderen Diskussionen kommen und dann nochmal schön das Thema aufwärmen. Und so richtig fies werden (Breitschwertmodus).

Eigentlich habe ich geglaubt ich hätte das endlich verstanden. Das ist einfach nur Mist und bringt gar nichts. Das macht mehr kaputt als es hilft.

I only give feedback when I can chuckle about it.

Behavior in the past is only of interest to us because of its
value predicting future behavior. We have no interest in
punishing it. It’s dead. It already happened.

Das klingt so logisch und einfach. Besonders bitter ist es, wenn man genau das dann zu Hause verbockt.

 

Die KIDS werden grösser / seufz

Viele Zeichen an denen ich wahrnehme, daß die Kleinen grösser werden (oder ich einfach älter?):

  • Mein Duschgel ist ständig alle, ich muss dann immer Erdbeer- oder Melonenduschgel benutzen.
  • Die Bereitschaft freiwillig im Haushalt zu helfen – also Dinge nachzuahmen – tendiert gegen null.
  • Sie lesen ständig alles was man liegen lässt.
  • Die Suchhöhe verändert sich. Sichere Verstecke muss man unten einrichten.
  • Das Diskussionszentrum nimmt volle Funktion auf.
  • Die Musik wird lauter und nicht besser …
  • Sie erzählen nicht mehr alles – es gibt mehr Geheimnisse.
  • Eltern sind an allem schuld.

Auch wenn ich das offiziel dementieren würde. Es ist gut so und fühlt sich richtig an.